18. September 2021

Ironman Hamburg: Markus Nobbe auf Platz 20

Nach 22 Monaten intensiver und zeitraubender Vorbereitung und 13 Jahre nach der letzten Triathlon-Langdistanz war es am Sonntagmorgen, 6:45 Uhr am Jungfernstieg in Hamburg, soweit: Start zum diesjährigen Ironman und Markus Nobbe, Triathlet des SV Greven, fiebert dem Startsignal zusammen mit ca. 1100 anderen Sportlern ungeduldig entgegen. 

3,8 km schwimmen, 180 km Radfahren und ein Marathon mit 42,2 km stehen auf dem Programm.  

Als erste starten die Profis, 15 Minuten später beginnt auch der Start für die Hobbysportler. Um großes Gedränge zu vermeiden dürfen nur alle 4 Sekunden 2 Sportler gleichzeitig ins Wasser.  

Die Alster präsentiert sich mit nur 17 Grad trotz Neoprenanzug unfreundlich kalt und schon nach 100m kommen Selbstzweifel auf, ob der Start wirklich eine so gute Idee war. Zudem verhindern frühmorgendliche Nebelschwaden die Sicht auf die Bojen. Orientierung geben nur die anderen Sportler, die vor und neben Nobbe schwimmen. Nach den ersten 500m legt sich die Anspannung des Startes und der Schock über das kalte Wasser langsam und Nobbe findet zum lange trainierten, für eine solche Strecke notwendigen, gleichmäßigen Rhythmus. Ziemlich durchgefroren erreicht er nach 1:15h endlich den Schwimmausstieg und kann dank der vielen helfenden Hände die Fluten der Alster verlassen. 

Knapp fünf stunden für 180 Kilometer

„In der längsten Wechselzone der Welt“, wie die freundliche Moderatorenstimme sie nennt, geht es darum, möglich schnell die Radbekleidung nebst Schuhen und Helm anzuziehen, was mit kalten Händen und Füßen gar nicht so leicht ist, dann das Rad unter den 1000 anderen zu finden und mit langen Schritten das Rad zunächst bis zum Ausgang zu schieben, bevor man aufsteigen und losfahren kann. Doch so einfach wollen sich die Muskeln nicht überreden lassen, die geforderte Leistung abzuliefern. Nur widerwillig und unter leichten Schmerzen versehen sie ihren Dienst. Da macht sich auch das Mentaltraining der letzten Monate bezahlt. Es heißt Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu geraten: locker losradeln und nicht nervös machen lassen.   

Auf nassem Asphalt führt der dreimal zu bewältigende 60 km Rundkurs zunächst durchs Hamburger Gewerbegebiet zum Elbdeich und raus aus der Stadt. Ständiger Regen und 15 Grad Lufttemperatur lassen keine rechte Sommer-Triathlon-Wettkampf-Stimmung aufkommen. Zudem zeigen die vielen Athleten, die am Straßenrand mit Raddefekten zu kämpfen haben, dass zu diesem Sport neben der guten Vorbereitung auch immer ein Quäntchen Glück gehört, damit das Material hält. 

Wie beim Schwimmen legt sich auch beim Radfahren nach den ersten Kilometern die Nervosität: alles scheint unter Kontrolle zu sein, die Beine fühlen sich gut an, Verpflegung und Getränke sind durch zahlreiche Verpflegungsstände und Helfer bestens organisiert. Auf dem Rückweg in die Stadt kann Nobbe endlich auch seine mitgereisten Fans ausfindig machen. Ihre Zurufe vom Straßenrand geben Motivation und Kraft. 

Nach 4:57 Stunden sind auch die 180 km geschafft. Grund genug für einen freundlichen Empfang des Moderators und großem Jubel bei den Fans und Zuschauern.  

 

 

Das Hamburger Publikum ist Gradios

Jetzt nur nicht übermütig werden und zu schnell loslaufen. 42,2 km sind nach der Vorbelastung besonders lang und nur mit guter Einteilung erfolgreich zu bewältigen. Also ist beim Umziehen, dem Wechsel von Socken und Schuhen noch etwas Luft für ein ein kurzes Interview, um sodann sehr kontrolliert auf die Strecke entlang der Binnenalster zu gehen. Die ersten Kilometer fühlen sich prächtig an, das Hamburger Publikum ist grandios und zeigt sich von seiner besten Seite. Zahlreiche Zuschauer säumen die Straßen und pushen die Triathleten mächtig an. Das ist Triathlon live! Doch nach der Hälfte der Lauf Strecke wird es härter: die Kräfte lassen langsam nach. Jetzt gilt es wieder positiv zu bleiben, nicht schlapp zu machen, Verpflegung aufzunehmen und gleichmäßig weiter zu laufen. Das Schild eines Zuschauers mit dem Spruch „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt“ wird der Motor für die letzten Kilometer zum erfolgreichen Finish.  

Nach 3 Stunden und 46 Minuten Laufen ist es endlich so weit. Im Ziel erwartet Nobbe der Weltmeister von 2007 im Kuzrztriathlon, Daniel Unger, mit den Worten „You are an IRONMAN“. Er hat es geschafft, ist überglücklich, reißt die Arme hoch und genießt den Moment. 

Mit einer Gesamtzeit von 10:11:57 Stunden erringt er Platz 20 in seiner Altersklasse und freut sich bereits darauf, im nächsten Jahr unter hoffentlich „normalen Bedingungen“ wieder an einem IRONMAN teilnehmen zu können. 

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