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Während unter der schattigen Tribüne im Stadion Emsaue bei kühlen Getränken und den Klängen des Spielmannszugs Bahnhof Volksfeststimmung herrschte, kämpften die Läuferinnen und Läufer auf dem Deich mit ganz anderen Bedingungen. Beim zweiten Grevener Deichlauf wurde die Sonne am Samstag zum härtesten Gegner.
„Da hinten ist noch weniger Wind als hier. Das war brutal“, meinte Organisationschef Mike Klocke mit Blick auf die Deich-Passagen entlang der Ems. Tatsächlich stand die Nachmittagshitze auf den offenen Abschnitten regelrecht. Schatten gab es keinen. „Die Sonne knallt einfach brutal auf den Deich“, beschrieb Fünf-Kilometer-Sieger Tom Wenhardt die Bedingungen. Und Hans-Dieter Sauer meinte nach seinem Zieleinlauf über zehn Kilometer: „Das war heute grenzwertig.“
Trotz der hohen Temperaturen blieb der Deichlauf ohne medizinische Zwischenfälle. Alle Teilnehmenden erreichten das Ziel wohlbehalten. Über 700 Anmeldungen waren bis Samstag bei uns eingegangen – ein starkes Zeichen dafür, dass sich der Deichlauf bereits im zweiten Jahr fest im regionalen Laufkalender etabliert.
Den Auftakt machten rund 150 Bambinis mit ihrer Runde um den Sportplatz. Für viele war es der erste große Lauf vor Publikum – und entsprechend groß war die Begeisterung im Stadion.
Stolz nahmen die Kinder nach dem Zieleinlauf ihre Medaillen entgegen. Eltern, Großeltern und Freunde feuerten entlang der Strecke an oder liefen sogar mit. Gerade dieser Lauf sorgte erneut für die emotionalsten Momente des Tages.
„Die Mischung macht es“, sagte Mike Klocke. Jeder Lauf habe seinen eigenen Reiz.
Im Anschluss gehörte die Strecke den jungen Läuferinnen und Läufern des Schülerlaufs. Insgesamt 130 Teilnehmende gingen über zwei Kilometer an den Start und sorgten für ein weiteres sportliches Highlight.
Mit viel Ehrgeiz, aber vor allem mit großer Begeisterung meisterten die Kinder und Jugendlichen ihre Strecke und wurden im Stadion von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern empfangen.
Über fünf Kilometer lief es aus Grevener Sicht besonders erfolgreich. 184 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen auf die Strecke.
Tom Wenhardt vom SV Greven verteidigte seinen Vorjahressieg eindrucksvoll. Bereits nach rund 800 Metern hatte er sich entscheidend vom Feld abgesetzt.
„An der Wende habe ich gesehen, wie groß der Vorsprung war. Dann habe ich den Rückweg einfach nur noch genossen“, sagte Wenhardt nach seinem Erfolg in 17:29 Minuten.
Auch dahinter überzeugten weitere Läufer des SV Greven. Jan-Niklas Bober und Ben Höritzauer erreichten zeitgleich nach 18:29 Minuten das Ziel. Bei den Frauen setzte sich Marie Hoveling in 20:33 Minuten durch.
Den Abschluss bildete der Hauptlauf über zehn Kilometer – der Volksbank-Lauf. 211 Läuferinnen und Läufer stellten sich der anspruchsvollen Strecke auf dem Deich.
Sportlich setzte erneut ein Auswärtiger die Maßstäbe. Toky Joelson von der Running Crew Münster löste sich früh vom Feld und erreichte nach 36:46 Minuten mit großem Vorsprung das Ziel.
Hinter dem Münsteraner überzeugte vor allem der Grevener Leo Teutemacher. Der Gymnasiast belegte mit knapp zwei Minuten Rückstand Rang zwei vor Robert Welp vom Teuto Riesenbeck.
Bei den Frauen gewann Annika Jüttner in 44:39 Minuten vor Constanze Phielipp (LSF Münster/45:48). Schnellste Grevenerin wurde Ines Thiele, die nach 47:19 Minuten die Ziellinie überquerte.
Dass der Deichlauf weit mehr ist als ein sportlicher Wettbewerb, zeigte sich den ganzen Tag über im Stadion Emsaue. Familien, Vereinsmitglieder und Laufbegeisterte sorgten für eine besondere Atmosphäre. Erstmals begleitete der Spielmannszug Bahnhof die Veranstaltung musikalisch.
„Wenn man sich hier umschaut, wie viele Familien, wie viele Kinder und wie viele Laufbegeisterte dabei sind – das ist ganz toll“, sagte Andreas Hartmann von der Volksbank, der selbst über zehn Kilometer an den Start ging.
Auch deshalb fiel das Fazit der Organisatoren positiv aus. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Mike Klocke am späten Nachmittag. Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr wirkte die zweite Auflage bereits deutlich routinierter.
Eine Herausforderung bleibt allerdings bestehen: Für die Zukunft möchten wir die Organisation auf noch mehr Schultern verteilen. „Wir müssen die Aufgaben künftig auf mehr Helfer verteilen“, betonte Mitorganisator Frank Radstaak.
Am Ende überwog die Zufriedenheit. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten einen sonnigen Sportnachmittag, die Teilnehmenden starke Gemeinschaft und sportliche Herausforderungen – und trotz der Hitze hatten beim Zieleinlauf fast alle ein Lächeln im Gesicht.